< Rohöl wird zum Ladenhüter, Heizöl ist gefragt wie nie
27.04.2020 13:37 Alter: 1 year
Von: info@heizoel24.de (HeizOel24)

Heizöl auf 3-Jahres-Tief – immer mehr Fracking-Quellen machen dicht


Die Ölpreise an den internationalen Börsen in New York und London geraten zum Wochenauftakt erneut massiv unter Druck. Besonders US-Roöhl (WTI) kommt mit einem Tagesminus von über 15 Prozent und einem aktuellen Barrelpreis von 14 Dollar neuerlich unter die Räder. Hintergrund ist die anhaltend massive Überversorgung des nordamerikanischen Marktsegments. Brent (Nordseeöl) und Gasöl (Heizöl/Diesel) halten sich mit einem Preis von ca. 20 Dollar je Barrel, bzw. 200 Dollar je Tonne und einem Minus von zwei bis fünf Prozent vergleichsweise Stabil. Für Verbraucher erfreulich: Auch die Heizölpreise in der DACH-Region geben kräftig nach. Im landesweiten Durchschnitt sinkt der Tagespreis am Montag um 1, 3 Cent bzw. Rappen je Liter. Die Lieferfristen und regionalen Preisunterschiede bleiben allerdings extrem hoch. Kunden sollten sich aufgrund der sinkenden Preistendenz weiterhin Zeit lassen, ihre Bestellabsicht in die Tat umzusetzen.

 

Aus Amerika kommt am Montag die nächste „Horror“-Statistik für den Ölmarkt, die die den gebeutelten Anbietern allerdings mittelfristig Hoffnung auf steigende Preise machen könnte. Nach den hohen Bestandsaufbauten in den Öllagern vom letzten Mittwoch sorgt am Montag die Wochenstatistik zu den aktiven Ölbohranlagen für Aufsehen. Laut der wöchentlichen Erhebung des Ölfelddienstleister Baker Hughes brach die Zahl innerhalb einer Woche um fast 14% ein. Mit einem Minus von 60 Anlagen werden nun noch 378 aktive Bohranlage gezählt. Unter 316 Anlagen (2016) fiel der Wert seit 2010 nie. Im ersten Quartal 2020 waren relativ konstant ca. 670 Bohrlöcher in Betrieb, ehe der Wert ab Mitte März im Zuge der Corona-Krise einbrach. Vor einem Jahr lag die Zahl der aktiven Bohrlöcher mehr als doppelt so hoch bei ca. 800 Anlagen. Zum schleichenden Rückgang des Booms, der im Jahresverlauf 2019 ca. 200 Anlagen kostete, kommt nun der plötzliche Absturz. Für die große Mehrheit der Frackingölquellen, die den amerikanischen Ölmarkt in den vergangenen 10 Jahren revolutioniert hat, gilt derzeit ein Ölpreis von ca. 30 Dollar als wirtschaftliches Minimum. D.h. auf dem heutigen Ölpreisniveau von deutlich unter 20 Dollar je Barrel WTI kann kaum noch ein Schieferölunternehmen kostendeckend produzieren. Die Förderung wird ausgesetzt. Die oft kleinen Unternehmen im Hintergrund stehen vor der Insolvenz.

 

Am heimischen Heizölmarkt zeigt die Preisentwicklung weiterhin nach unten. Speziell in Deutschland bleibt die große Differenz zwischen Nord und Süd auffällig. Während die Heizölpreise im Raum Hamburg heute unter 40 Cent fallen und in etwa das widerspiegeln, was der Gasölpreis an den Börsen vorgibt, wird Heizöl in Stuttgart und München weiterhin für mehr als 50 Cent je Liter gehandelt. Hintergrund sind fehlende Lieferkapazitäten bei den Händlern und die Unsicherheit Verträge für mehrere Monate im Voraus einzugehen. Insgesamt werden die Einkaufsbedingungen für Verbrauch durch das weltweite Überangebot auch beim Heizöl immer besser. Im Landesweiten Durchschnitt fällt der Heizölpreis in Deutschland auf ein Drei-Jahres-Tief bei knapp 50 Cent je Liter. In Österreich koste der Liter Heizöl heute durchschnittlich 61 Cent je Liter. Die Online-Preise schwanken zwischen 56 Cent in Kärnten und bis zu 75 Cent in Tirol. Schweizer Kunden zahlen zwischen 61 Rappen in Basel und St. Gallen und bis zu 76 Rappen in Graubünden. Durchschnittlich sind es 63 Rappen je Liter. Noch krasser fällt der Preisrutsch an den Tankstellen aus, die von einem Nachfragerückgang von 50 Prozent und mehr berichten. Diesel kostet in Deutschland verbreitet unter einem Euro. Superbenzin rund 1,10 Euro. - ok

 

HeizOel24-Tipp: Schnäppchenjäger sollten sich beim Heizöl bereits jetzt auf dem Hochsommer verlegen. Dass die Ölpreise am Weltmarkt schnell und nachhaltig steigen, wird immer unwahrscheinlicher und die Inlandspreise für Heizöl haben speziell in Süddeutschland reichlich Luft nach unten, sobald die übergroße Nachfrage nachlässt. HeizOel24. 27.04.2020

Börsendaten:

    Montag 27.04.2020 - 13:37 Uhr   Schluss Vortag 26.04.2020   Veränderung zum Vortag  
  Rohöl
Brent Crude
 
  20,59 $
pro Barrel
 
  21,80 $
pro Barrel
 
  -5,55%    
  Gasöl       202,25 $
pro Tonne
 
  205,50 $
pro Tonne
 
  -1,58%    
  Euro/Dollar       1,0835 $       1,0822 $       +0,12%
(konstant)
 
  USD/CHF       0,9747 CHF       0,9725 CHF       +0,23%
(etwas fester)
 
  Deutschland       49,27 €       50,56 €       -2,56%    
  Österreich       61,41 €       61,48 €       -0,11%    
  Schweiz       63,38 CHF       62,68 CHF       +1,12%    

 

4-Wochen-Prognose
Rohöl   konstant  
Heizöl   fallend  

alle Angaben ohne Gewähr