< Heizöl auf 3-Jahres-Tief – immer mehr Fracking-Quellen machen dicht
28.04.2020 12:29 Alter: 1 year
Von: info@heizoel24.de (HeizOel24)

Wie weit fällt der Heizölpreis? Beim Kauf am Tief von 2016 orientieren!


Die Ölpreise am Weltmarkt erfahren auch am Dienstag mehr Abwärts- als Aufwärtsimpulse. Bei einem volatilen Handelsgeschehen geben besonders die Preise für Öl zur kurzfristigen Lieferung nach. Heizöl verbilligt sich im landesweiten Durschnitt um gut einen Cent bzw. Rappen je Liter. Die Verbrauchernachfrage ist anhaltend hoch und wird im April das Rekordniveau aus dem März erreichen oder sogar leicht übertreffen. So viel lässt sich knapp drei Tage vor Ultimo antizipieren.

 

Die Ölpreise an den internationalen Börsen bleiben besonders am kurzen Ende anhaltend unter Druck. Nachdem vor gut einer Woche negative Kontraktpreise für US-Rohöl (WTI) für Aufsehen sorgten, könnte sich das Schauspiel in Kürze wiederholen. Rohöl zur Lieferung im Juni hat sich seit gestern stark verbilligt. Brent (Nordseeöl) rutschte am Morgen unter 20 Dollar je Barrel und der Preise für WTI nähern sich aktuell rasant dem Nullpunkt – an dem nach neuesten Erkenntnissen noch lange nicht Schluss sein muss. Letzter Handelstag des aktuellen Frontmonats für Brent ist der 30.4. Für WTI, das aktuelle bei nur noch 10,50 Dollar je Barrel notiert, ist der 19.5. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich zum Auslauftermin des Kontrakts erneut zu wenig Abnehmer finden und der Preis ins Negative rutscht, ist groß. Mit den mittelfristigen Ölpreisen hat diese Momentaufnahme jedoch wenig zu tun. Wie an den Preisen für spätere Liefermonate abzulesen ist, liegt die Unterkante eher bei 20 Dollar. Bis zum Jahresende hält OPEC-Präsident Arkab, gemäß einer aktuellen Einschätzung, auch 40 Dollar wieder für realistisch. Zur Begründing seiner Prognose führt er die angestoßenen Förderkürzungen und die Erwartung einer schrittweisen Lockerung der Corona-Restriktionen an.

 

Aus Heizölverbraucher-Sicht und sicherlich auch aus Sicht der Benzin- und Dieselkunden ist selbst die von Produzentenseite erhoffte Verdoppelung der Ölpreise kein Beinbruch. Der Preis für Brent Rohöl schwankte in den letzten zehn Jahren zwischen 125 und den aktuellen 20 Dollar. Der Durschnitt lag bei gut 70 Dollar je Barrel. Die Heizöl-, Diesel und Benzinpreise dürften also auf lange Sicht weit unterdurchschnittlich bleiben. Auch die in Deutschland geplante Ökosteuer mit schrittweiser Erhöhung ab Anfang 2021 wird daran wenig ändern.

 

Wer jetzt angesichts des Ölpreiscrashs auf eine vollen Heizöltank setzt, ist – je nach Lagerkapazität – ohnehin für die nächsten ein bis zwei Jahre auf der sicheren Seite. Überstürzen sollten Kunden allerdings nichts. Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutschen Heizölpreise in den nächsten Wochen weiter fallen, ist umso größer, desto weiter südlich die zu betankende Immobilie steht. Kunden in Norddeutschland und in der Schweiz haben bereits jetzt hervorragende Chancen auf das Heizölschnäppchen des Jahrzehnts. In Österreich gibt es ähnlich hohe regionale Differenzen wie in Deutschland. Kärnten, sowie der Osten zeigen bereits Schnäppchenpotential, Tirol bleibt Spitzenreiter bei den Heizölpreisen.

 

Als Richtwert für das, was in Sachen Heizölpreis rechnerisch möglich ist, sollten die Tiefstpreise von Anfang 2016 herangezogen werden. Während in Hamburg nur noch drei bis vier Cent je Liter zur Einstellung des alten Negativrekords der letzten 15 Jahre fehlen, sind es nach Auswertung der Online-Preise in München elf und in Stuttgart oder Karlsruhe sogar bis zu 18 Cent! Der landesweite Durchschnittspreis für Deutschland zeigt entsprechend der aufgemachten Rechnung ein Abwärtspotential von rund 12 Cent. Grund für die teils rekordverdächtigen Abweichungen ist die seit Wochen extrem hohe Nachfrage. Speziell in den Heizöl-Hochburgen Süddeutschlands fehlt es vielen Händlern an Kapazitäten. - ok

 

HeizOel24-Tipp: Vergleichen Sie die Heizölpreise im Chartbild und beachten Sie auch die Regionalnotierungen der Durchschnittspreise, die sich aktuell teils deutlich unterscheiden. HeizOel24. 28.04.2020

Börsendaten:

    Dienstag 28.04.2020 - 12:29 Uhr   Schluss Vortag 27.04.2020   Veränderung zum Vortag  
  Rohöl
Brent Crude
 
  20,44 $
pro Barrel
 
  20,01 $
pro Barrel
 
  +2,15%    
  Gasöl       193,00 $
pro Tonne
 
  193,00 $
pro Tonne
 
  0,00%    
  Euro/Dollar       1,0877 $       1,0829 $       +0,44%
(etwas fester)
 
  USD/CHF       0,9735 CHF       0,9742 CHF       -0,07%
(konstant)
 
  Deutschland       48,32 €       49,18 €       -1,75%    
  Österreich       60,89 €       61,03 €       -0,23%    
  Schweiz       63,38 CHF       63,38 CHF       0,00%    

 

4-Wochen-Prognose
Rohöl   konstant  
Heizöl   fallend  

alle Angaben ohne Gewähr